Berichte / Veröffentlichungen

Liebe Mitglieder (*w/m/d), Förderer und Unterstützer unseres geplanten Hospizes in Nassau,

 

ein erneut-turbulentes und ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu, voller Höhen und Tiefen in jeder Beziehung: Die Pandemie hat die Situation besonders in den Kliniken aber auch dem allgemeinen Gesundheitswesen drastisch verschärft – häufig wird vergessen, dass die Welt sich auch neben Covid weiterdreht und wir nunmehr in der Versorgung anderer, schwerer Erkrankungen zunehmend mit dem Rücken an der Wand stehen.

Insbesondere die Versorgung Schwersterkrankter und Sterbender im Kreis hat sich weiter verschärft, da die näheren Hospize nahezu überbelegt sind und wir daher immer häufiger in weit entfernte Hospize ausweichen müssen. Selbst die ambulante ärztliche oder pflegerische Betreuung vermeintlich „normaler“ multimorbider, z.B. älterer Patienten, stellt uns immer mehr vor hohe Hürden, weswegen jeder –im Gesundheitswesen des Rhein-Lahn-Kreises Tätige – weiß, wie dringend wir ein stationäres Hospiz vor Ort benötigen.

Dafür stehen mit einem bewundernswerten Engagement viele Mitglieder, Helfer, Freunde und Unterstützer mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz seit nunmehr 5 Jahren.  Insbesondere spiegelt sich dies auch  in der erneuten Durchführung des 3. Nassauer- Hospiz Charity Runs im Sommer wider.  Es war ein voller Erfolg, der eindrucksvoll demonstrieren ließ und als gemeinsames  Zeichen an alle vor Ort verstanden werden konnte, wie sehr wir uns Nassau als zukünftigen Hospizstandort wünschen.

Unermüdlich werden weiter Spenden gesammelt, um die geplanten Baukosten von ca. 4 Mio. Euro stemmen zu können.

Ein weiterer großer Erfolg war die Gründung einer rechtskräftigen Betreiber-Struktur für die anstehende Bauphase und den späteren Betrieb des Hospizes. Als starker Partner hat sich die Löwenstein-Familienstiftung uns angeschlossen, womit wir dann mit drei Gesellschaftern (Förderverein, Löwenstein-Familienstiftung sowie die in Gründung begriffene Stiftung Hospiz Rhein-Lahn) im Sommer die gemeinnützige Hospiz-Rhein-Lahn gGmbH notariell beurkunden konnten. Unser großer Dank an dieser Stelle gebührt unserem Schatzmeister Rainer Lindner, der sich als ehrenamtlicher Geschäftsführer der gGmbH für die Anfangsphase zur Verfügung gestellt hat.

Danach konnten wir uns mit Volldampf der Umsetzung konkreter Baupläne für den Hospizbau „Am Sauerborn“ in Scheuern widmen.

 

Aktueller Stand des Bebauungsplanverfahrens für den Neubau eines Hospizes im Ortsteil Scheuern der Stadt Nassau

 

Der Stadtrat Nassau hatte auf Antrag des Fördervereins in seiner Sitzung am 27.04.2021 die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Hospiz am Sauerborn“ beschlossen. Gleichzeitig hatte der Stadtrat entschieden, dass eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden stattfinden soll.

Im Sommer hatten dann sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Behörden Gelegenheit, sich mit den Planunterlagen vertraut zu machen und Anregungen oder Bedenken vorzutragen.

Diese Anregungen und Bedenken waren jetzt Gegenstand von zwei Stadtratssitzungen am 16.11.2021 und am 14.12.2021. Daneben fand am 01.12.2021 eine Einwohnerversammlung statt, zu der die Stadt Nassau eingeladen hatte. Eine Woche später, am 08.12.2021, gab es eine Bürgerinformation in Scheuern, zu der ein Stadtratsmitglied eingeladen hatte.

Es sprengt den Rahmen meiner Weihnachtsgrüße, Sie an dieser Stelle im Detail über die eigegangenen Stellungnahmen zu informieren. Alle Unterlagen, die dem Stadtrat Nassau zur Beratung vorgelegen haben, können Sie unter folgendem Link nachlesen: https://www.vgben.de/ratsinfo/sitzungstermin/nWHQQobzTF5hGmB2/oeffentliche-nicht-oeffentliche-sitzung-des-stadtrates/

Deshalb nur in aller Kürze:

Von den Behörden gab es in diesem vorgezogenen Beteiligungsverfahren keine Anregungen oder Bedenken, die unserem Vorhaben entgegenstehen.

Von den Bürgerinnen und Bürgern wurden dagegen (von Einzelnen zum Teil in massiver und aggressiv-beleidigender Form) Bedenken gegen den Standort vorgetragen, die z. B. Aspekte der Verkehrserschließung, des Naturschutzes, der Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz, des Immissionsschutzes oder das Nebeneinander von Kindertagesstätte und Hospiz betrafen.

Die von Wenigen teilweise geballte Wut, die uns u.a. in den sozialen Netzwerken entgegenschlug, hat den Vorstand phasenweise erschüttert.

Im Rahmen der Abwägung kam der Stadtrat in seiner Sitzung am 14.12.2021 zu dem Ergebnis, dass die vorgetragenen Belange zum Naturschutz und zum Hochwasserschutz, einer Vertiefung der Planung bedürfen, die im nächsten Verfahrensschritt erfolgen kann. Alle anderen vorgetragenen Bedenken stehen dem Standort nicht entgegen.

Der Bebauungsplan wird nun für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt. In dieser Zeit können sich nun erneut die Öffentlichkeit und die Behörden zu dem Verfahren äußern.

Wir freuen uns sehr, dass der Stadtrat mit nur einer Gegenstimme den Weg für die nächsten Verfahrensschritte eröffnet hat. Das stimmt uns hoffnungsfroh, dass unser Hospiz tatsächlich in Scheuern realisiert werden kann. Bei gutem Verlauf kann das Verfahren im ersten Halbjahr 2022 abgeschlossen werden. 

 

Ihnen allen wünsche ich Mut, Ruhe und Zuversicht, ohne die es in der Palliativ- und Hospizmedizin nicht geht oder –um Gorch Fock zu zitieren –

 

„Gottes sind Wogen und Wind,

Segel aber und Steuer, dass ihr den Hafen gewinnt,

sind Euer“

 

 

 

 

 

 

 

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