Berichte / Veröffentlichungen

Neubau eines Hospizes in Scheuern geplant

Die Hospizarbeit verfolgt das Ziel, sterbenden Menschen ein würdiges und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Der Hospizgedanke hat in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Es gibt eine wachsende Anzahl ambulanter Hospizdienste und stationärer Hospize, die Sterbende in ihrer letzten Lebensphase begleiten (Quelle: www.bundesgesundheitsministerium.de).

Seit einigen Jahren ist der Förderverein Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V. auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück / einer Immobilie für den Betrieb eines Hospizes mit 8 Betten, um die bestehende Versorgungslücke in unserem Kreis für die stationäre Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen zu schließen.

 

Zur Standortsuche und den wünschenswerten Standortgegebenheiten

In den letzten Monaten wurden mit Unterstützung von Städteplaner Prof. Matthias Uhle (Winden) verschiedene Standorte in Nassau untersucht.

Dabei galten folgende Anforderungen an den Standort:

  • Die Grundstücksfläche sollte mindestens ca. 3.000 m² betragen.
  • Es sollte eine eingeschossige Bauweise möglich sein.
  • Das Grundstück sollte frei von Immissionen sein.
  • Synergieeffekte mit anderen vorhandenen Einrichtungen sind wünschenswert.

Unter diesen Prämissen ist der Verein nun in Scheuern fündig geworden: die Grundstücks-flächen zwischen Kindertagesstätte Scheuern und Lahntechnik eignen sich aus hospizfachlicher Sicht hervorragend als Standort für das neue Hospiz.

                                  

Die Eigentümer der betroffenen Grundstücke sind zu einem Verkauf bereit. Zudem haben erste Gespräche mit Fachbehörden stattgefunden, die zu einer positiven Beurteilung des Standortes geführt haben.

Wie sehen derzeit die weiteren Planungen aus?

Die von Prof. Uhle erstellten Unterlagen mit alternativen Gebäudeformen können unter folgendem Link eingesehen werden:

https://ratsinfo.vgben.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/a/00030318.pdf.

Auszüge aus diesen Unterlagen finden Sie auch am Ende dieses Berichts.

Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den als Varianten A bis C genannten Darstellungen um erste Überlegungen handelt, die nach positivem Abschluss des Bebauungsplanverfahrens einer Konkretisierung unter Beteiligung der Fachbehörden in einem Baugenehmigungsverfahren bedürfen. Dabei sind die räumlichen Anforderungen an ein Hospiz, was Ausstattung, Zimmergröße, Gemeinschaftsbereich, Funktionsbereich etc.  angeht, in einer Rahmenvereinbarung zwischen dem Spitzenverband der Krankenkassen und den Spitzenverbänden der Hospize festgeschrieben und können nicht geändert werden.

Wie ist die Haltung der Stadt Nassau zum Hospiz?

Seit langer Zeit ist es der Wunsch der Stadt Nassau, dass das Hospiz seinen Sitz in Nassau hat. Von daher hat die Stadt Nassau bereits in der Vergangenheit den Verein bei der Suche nach einem Grundstück / einer Immobilie unterstützt.

Mit den Beratungen im Bau-, Planungs- und Liegenschaftsausschuss der Stadt Nassau im März 2021 hat es eine erste Aussprache in den städtischen Gremien gegeben. Der Ausschuss sieht den Standort in Scheuern grundsätzlich als geeignet an.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Wenn der Stadtrat in der kommenden Woche den Empfehlungen der beiden Ausschüsse folgt, eröffnet er damit das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes. Das ist erst der Start in das Verfahren.

Direkt anschließen soll sich eine vorgezogene Beteiligung der Bürger und der Fachbehörden. Insbesondere mit der Bürgerbeteiligung wird aus Sicht der Stadt Nassau und des Fördervereins sehr schnell eine größtmögliche Transparenz zum Bauvorhaben hergestellt.

Bürgerinnen und Bürger und Fachbehörden haben dann Gelegenheit, sich mit dem Bauvorhaben auseinanderzusetzen und Anregungen oder Bedenken vorzutragen.

Mit diesen Anregungen und Bedenken muss sich dann der Stadtrat wieder in einer öffentlichen Sitzung auseinandersetzen und sie abwägen. Näheres zum Verfahren und zum zeitlichen Ablauf ist den Unterlagen von Prof. Uhle zu entnehmen.

Frühestens gegen Ende des Jahres wird das Verfahren aus heutiger Sicht mit einem Beschluss des Stadtrates abgeschlossen werden.