„Ein Anliegen, das unterstützt werden muss“
Auch mit 92 Jahren engagiert sich Aloys Basset – Der Oberwieser spendete für das Hospiz


Wer etwas abgeben kann, der sollte es tun, findet Aloys Basset. Erst recht wenn es einem guten, sozialen Zweck dient. Mit dieser Einstellung reihte sich der 92-jährige Oberwieser in die Riege der Unterstützer des geplanten stationären Hospizes in Nassau ein. Er spendete 500 Euro an den Förderverein Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V.  

„Wir sind sehr dankbar für diese und für jede Spende, zeigt dies doch, wie sehr die Menschen im Rhein-Lahn-Kreis hinter der Idee, hier ein stationäres Hospiz zu errichten, stehen“, sagt Dr. Martin Schencking, erster Vorsitzender des Fördervereins. Für Aloys Basset ist das Vorhaben „ein Anliegen, das unterstützt werden muss“. Er hofft, dass das Hospiz so bald wie möglich aufgebaut ist.

Das Soziale, erzählt er, liegt seiner Familie im Blut. Siebzehn Jahre war Aloys Basset Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Nassau. Heute ist er dessen Ehrenvorsitzender. Für sein ehrenamtliches Engagement u.a. auch als Beisitzer im VdK-Kreisvorstand wurde er mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Anlässlich seines 90. Geburtstages ernannte ihn seine Heimatgemeinde Oberwies zum ersten Ehrenbürger.

Mit 70 Jahren setzte sich Aloys Basset zum ersten Mal an einen Computer und lernte dessen Handhabung. So war es ihm ein Leichtes die monatlichen Ausflugsfahrten des VdK zu organisieren. Und er schrieb neben seinen Lebenserinnerungen die Geschichte des Hofes Dörstheck, der 1663 erstmals erwähnt, von seiner Familie seit 1700 bewohnt wird.

Eigentlich wollte er Elektriker werden, doch nachdem sein Bruder im Krieg gefallen war, übernahm er die elterliche Landwirtschaft. Mit 17 musste er zum Arbeitsdienst und schon erstmals einen Toten sehen, einen ebenfalls 17-jährigen Kameraden, der bei einem Tieffliegerangriff ums Leben kam. Es folgten Wehrdienst in Lüneburg, bei der Kavallerie in Bamberg, an der Front in Ungarn, eine schwere Verwundung, Lazarettaufenthalt in Bad Marienbad, kurze amerikanische Kriegsgefangenschaft und schließlich am 25. Mai 1945 die glückliche Heimkehr.

Nach wie vor hegt und pflegt der 92-Jährige seinen Gemüsegarten, kocht noch täglich selbst und freut sich über Besucher z.B. wenn seine Kinder kommen. „Mit meinen Kindern bin ich sehr zufrieden“, freut er sich. Sie, ein Sohn und drei Töchter, haben alle ihren Weg gemacht.

Von seinen Besuchen als VdK-ler in den Häusern weiß Aloys Basset nur allzu gut um die Situation älterer Menschen, um Krankheit, Leiden und Tod. Umso mehr hofft er, dass das stationäre Hospiz bald seine Arbeit aufnimmt und den Menschen dort am Lebensende eine gute Begleitung gegeben wird.


Ob am Computer, im Garten oder am Herd: Aloys Basset ist mit 92 nach wie vor aktiv. Über sein soziales Engagement freut sich nun auch der Förderverein Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V.


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